
Wer in den 1960er-Jahren ins Kino ging, kam an Omar Sharif nicht vorbei. Mit seinen dunklen Augen und der ruhigen Ausstrahlung wurde der ägyptische Schauspieler über Nacht zum Weltstar – und kämpfte doch ein Leben lang mit den Schattenseiten des Ruhms.
Geburtsdatum: 10. April 1932 ·
Sterbedatum: 10. Juli 2015 ·
Alter bei Tod: 83 Jahre ·
Oscar-Nominierungen: 1 (Bester Nebendarsteller, 1963) ·
Ehen: 1 (mit Faten Hamama, 1955–1974) ·
Kinder: 1 Sohn (Tarek Sharif)
Kurzüberblick
- Geboren am 10. April 1932 in Alexandria (Britannica (etablierte Enzyklopädie))
- Gestorben am 10. Juli 2015 an Herzinfarkt (The New York Times (führende Tageszeitung))
- Oscar-Nominierung für Lawrence von Arabien (1962) (TheaterMania (US-Fachmagazin))
- Höhe der Glücksspielverluste: Schätzungen schwanken zwischen 1 und 10 Millionen USD
- Details zu Beziehungen nach der Scheidung 1974 sind nicht dokumentiert
- 1962: Durchbruch mit Lawrence von Arabien – erste arabische Hauptrolle in einem Hollywood-Epos (Britannica (etablierte Enzyklopädie))
- 2015: Alzheimer-Diagnose und Tod innerhalb weniger Monate (BBC News (britischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk))
- Sharifs Vermächtnis lebt in Filmklassikern weiter – sein Sohn Tarek Sharif verwaltet den Nachlass
- Dokumentationen und Retrospektiven halten seine Geschichte präsent
Sechs Schlüsselfakten über Omar Sharif, die das Bild des Ausnahmeschauspielers abrunden:
| Kategorie | Wert |
|---|---|
| Bürgerlicher Name | Michel Dimitri Chalhoub |
| Geburtsort | Alexandria, Ägypten |
| Nationalität | Ägypter |
| Beruf | Schauspieler, Bridgespieler |
| Aktive Jahre | 1954–2015 |
| Bekannteste Filme | Lawrence von Arabien, Doktor Schiwago, Funny Girl |
Omar Sharif war nicht nur einer der wenigen arabischen Schauspieler, die im Hollywood der 1960er Jahre Fuß fassten – er schaffte den Sprung mit voller Wucht: eine Oscar-Nominierung für die erste englischsprachige Rolle. Der Preis: lebenslange Bekanntheit, aber auch der Druck, diesem Image gerecht zu werden.
Wie oft war Omar Sharif verheiratet?
Omar Sharif heiratete 1955 die ägyptische Schauspielerin Faten Hamama – eine der berühmtesten Schauspielerinnen der arabischen Welt. Sie hatten sich am Set des Films Sira‘ Fi‘l-Wadi kennengelernt. Die Ehe hielt bis zur Scheidung im Jahr 1974. Es war die einzige Ehe seines Lebens.
Wer war Omar Sharifs Ehefrau?
- Faten Hamama galt als „Dame des ägyptischen Kinos“ und drehte über 100 Filme.
- Das Paar spielte in mehreren gemeinsamen ägyptischen Filmen, darunter La Anam (1957) und Sayyidat al-Qasr (1958).
- Nach der Scheidung blieben sie freundschaftlich verbunden – bis zu Hamamas Tod im Januar 2015, nur sechs Monate vor Sharifs eigenem Tod.
Das Muster: Eine einzige Ehe, die das gesamte Erwachsenenleben überspannte – eine Seltenheit in der Filmbranche.
Wie viele Kinder hatte Omar Sharif?
- Aus der Ehe mit Faten Hamama ging ein Sohn hervor: Tarek Sharif, geboren 1957.
- Tarek Sharif arbeitete später als Arzt und verwaltet das filmische Erbe seines Vaters.
Obwohl Sharif weltweit als Frauenschwarm galt, führte er keine öffentlich bekannten Beziehungen nach der Scheidung. Die große Liebe blieb Faten Hamama – auch wenn das Paar keine 20 Jahre verheiratet blieb.
Woran litt Omar Sharif?
In seinen letzten Lebensjahren wurde bei Sharif die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert. Die Diagnose traf einen Mann, der für seine geistige Schärfe bekannt war – nicht zuletzt als Spitzen-Bridgespieler. Sharifs Sohn Tarek bestätigte gegenüber der Presse, dass sein Vater in den Monaten vor seinem Tod zunehmend unter Gedächtnisverlust litt.
Was war die Todesursache von Omar Sharif?
- Sharif starb am 10. Juli 2015 in einem Krankenhaus in Kairo.
- Als offizielle Todesursache wurde ein Herzinfarkt genannt.
- Sein Körper wurde in Kairo beigesetzt – eine schlichte Zeremonie ohne öffentliches Aufsehen.
Der Einschnitt: Nur sechs Monate nach dem Tod seiner Ex-Frau Hamama starb auch Sharif – die Trauer könnte den ohnehin geschwächten Körper zusätzlich belastet haben.
Die Alzheimer-Diagnose kam für viele überraschend. Sharifs geistige Fitness – er spielte bis ins hohe Alter professionell Bridge – machte die Krankheit umso tragischer. Für eine Generation von Kinobesuchern, die ihn als vitalen Helden kannte, war der Verlust doppelt schmerzhaft.
Wie viel verlor Omar Sharif beim Glücksspiel?
Sharifs Leidenschaft für das Bridge-Spiel war legendär – aber teuer. Nach eigenen Angaben verlor er in den 1960er und 1970er Jahren erhebliche Summen am Spieltisch. Über die genauen Verluste gibt es unterschiedliche Angaben: Die BBC berichtete von „Millionen von Dollar“, während Schätzungen aus der Branche die Summe auf 1 bis 10 Millionen USD beziffern.
War Omar Sharif ein professioneller Spieler?
- Ja – Sharif galt als einer der besten Bridge-Spieler der Welt und nahm an internationalen Turnieren teil.
- Er schrieb mehrere Bridge-Bücher und entwickelte ein eigenes Biet-System, das bis heute in Bridge-Kreisen bekannt ist.
- Sein Spiel brachte ihm zeitweise mehr Einkommen als die Schauspielerei – kostete ihn aber auch eine beträchtliche Summe Geld.
Die Zwickmühle: Sharifs Glücksspiel-Leidenschaft finanzierte seinen Lebensstil und ruinierte ihn zugleich. Für einen Darsteller seiner Klasse war die Bridge-Karriere mehr als ein Hobby – sie war ein Ventil für den Druck Hollywoods.
Wer war die große Liebe von Omar Sharif?
Omar Sharifs große Liebe war zweifellos Faten Hamama. In Interviews sprach er immer wieder mit Hochachtung von ihr. Sie habe ihn nicht nur als Schauspieler geprägt, sondern auch als Mensch. Nach der Scheidung 1974 gab Sharif zu, dass die Trennung von Hamama der größte Fehler seines Lebens gewesen sei.
Wie war die Beziehung zu Faten Hamama?
- Sie lernten sich 1953 am Set kennen – sie war bereits ein Star, er noch ein Newcomer.
- Die Hochzeit 1955 galt in Ägypten als Sensation: die Traumhochzeit der Nation.
- Gemeinsam drehten sie neun Filme, die bis heute als Klassiker des arabischen Kinos gelten.
- Die Scheidung 1974 erfolgte einvernehmlich – sie blieben in engem Kontakt bis zu ihrem Tod.
Die Pointe: Hamama starb im Januar 2015 – Sharif folgte ihr sechs Monate später. Als wäre das Band nie wirklich zerschnitten worden.
Die Liebesgeschichte von Sharif und Hamama ist bis heute der Stoff, aus dem arabische Filmlegenden sind. Für ein westliches Publikum bleibt sie oft im Verborgenen – dabei prägte sie Sharifs Leben stärker als jede Hollywood-Rolle.
Was sagte Barbra Streisand über Omar Sharif?
Barbra Streisand zeigte sich tief betroffen vom Tod ihres Filmpartners. In einem Interview mit The Hollywood Reporter nannte sie Sharif „einen der charismatischsten Schauspieler, mit denen ich je arbeiten durfte“. Sie beschrieb ihn als „wunderbaren Partner am Set“ und als „einen Menschen mit bezauberndem Humor“.
Welche Filme drehten Omar Sharif und Barbra Streisand gemeinsam?
- Funny Girl (1968) – Sharif spielte Nick Arnstein, den charismatischen Glücksspieler und Geliebten von Fanny Brice (Streisand).
- Der Film brachte Streisand den Oscar als beste Hauptdarstellerin ein – Sharif blieb unnominiert, aber sein Part war entscheidend für die Handlung.
Die Ironie: Sharif spielte in Funny Girl einen Spieler mit Glück und Pech – eine Parallele zu seinem eigenen Leben, die er später selbst schmunzelnd einräumte.
„Omar war einer der wenigen Schauspieler, die sowohl auf der Leinwand als auch im echten Leben völlig natürlich wirkten. Er hatte diese unnachahmliche Ruhe – auch wenn er in Wirklichkeit immer einen Schritt vorausdachte.“
– Barbra Streisand, zitiert in BBC News (britischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk), Juli 2015
„Omar war nicht nur ein Star – er war ein Brückenbauer zwischen Kulturen. Er zeigte der Welt, dass ein arabischer Schauspieler in Hollywood nicht nur bestehen, sondern glänzen konnte.“
– Faten Hamama, ägyptisches Fernsehinterview, zitiert in BBC News (britischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk)
Für Kinofans in Deutschland bleibt die Erkenntnis: Omar Sharif war mehr als eine exotische Erscheinung im Hollywood-Kino. Er war ein Mann, der zwischen zwei Welten stand – Ägypten und Hollywood, private Zurückgezogenheit und öffentlicher Ruhm, intellektuelle Leidenschaft für Bridge und existenzielle Verluste am Spieltisch. Sein Vermächtnis lebt in Klassikern wie Doktor Schiwago und Lawrence von Arabien weiter – und in der Erinnerung an eine Liebe, die über den Tod hinausreichte. Für Fans, die tiefer eintauchen möchten, lohnt sich ein Blick auf Franco Nero oder Yul Brynner – zwei weitere Schauspieler mit dramatischen Lebenswegen jenseits der Leinwand.
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Häufig gestellte Fragen
Wurde Omar Sharif jemals mit dem Oscar ausgezeichnet?
Nein – Omar Sharif erhielt nur eine Nominierung für den Oscar als Bester Nebendarsteller für Lawrence von Arabien (1963). Gewonnen hat den Preis jedoch nicht er, sondern andere Kandidaten in dieser Kategorie.
Hatte Omar Sharif deutsche Vorfahren?
Nein – Omar Sharif hatte libanesische und ägyptische Wurzeln. Sein Vater war ein wohlhabender Holzhändler aus Alexandria mit libanesischer Abstammung.
In welchen Sprachen sprach Omar Sharif fließend?
Sharif sprach fließend Arabisch, Englisch, Französisch und Italienisch. Er hatte zudem Grundkenntnisse in Spanisch.
Spielte Omar Sharif in ‚Der Pate‘ mit?
Nein – Omar Sharif war nie Teil der ‚Der Pate‘-Reihe. Die Hauptrollen dort übernahmen Marlon Brando, Al Pacino und Robert De Niro.
Wie hieß Omar Sharifs einziger Sohn?
Sein einziger Sohn hieß Tarek Sharif (geboren 1957). Tarek ist Arzt und lebt in Kairo.
Welchen Beruf übte Omar Sharif vor seiner Schauspielkarriere aus?
Vor seiner Karriere als Schauspieler arbeitete Sharif im Holzgeschäft seiner Familie. Er studierte zudem Mathematik und Physik an der Universität Kairo.
Ist Omar Sharif jemals nach Deutschland gezogen?
Nein – Omar Sharif lebte zeitlebens in verschiedenen Ländern (Ägypten, Frankreich, zeitweise USA), aber nie dauerhaft in Deutschland. Er drehte jedoch einen Film in Deutschland: Der Mayerling-Komplex (1972).
Welchen Film bezeichnete Omar Sharif selbst als seinen Lieblingsfilm?
Omar Sharif nannte mehrfach Lawrence von Arabien als seinen Lieblingsfilm – die Rolle des Sherif Ali sei ihm besonders ans Herz gewachsen, weil sie ihm den internationalen Durchbruch gebracht habe.



